Musikverein – Zauberei und Musik aus der Biedermeierzeit

P1010907Im gut besuchten Spiegelsaal des Musikvereins in Wien wurde den Besuchern eine  interessante Kombination von Musik und Zauberei  geboten.


Junge, aber bereits renommierte Künstler, spielten auf alten Instrumenten Musikstücke, die in der einen oder anderen Art und Weise mit Zauberei in der Biedermeierzeit zu tun hatten.

Doch der Reihe nach.
Am Vorabend des deutschsprachigen Sammler und Historiker Treffens der Zauberkunst 2015 präsentierte Magic Christian einen ganz außergewöhnlichen Abend. Magic Christian ist immer wieder einen  innovativen Weg gegangen, wenn es darum ging, Zauberkunst in einen besonderen künstlerischen Kontext zu stellen. Wer den Abend erlebt hat weiss, warum er zu Recht in der Öffentlichkeit mit so vielen Auszeichnungen geehrt wurde.

P1010916Der Wiener Musikverein ist einer der renommiertesten  Veranstaltungsorte in Österreich. Dass dort ein Zauberkünstler auftreten darf gleicht einem  Wunder. Vielleicht noch vergleichbar mit dem Zauberabend von Steve Cohen in der Albert Hall in New York.

Aber dieser Abend war weit mehr, denn die Kombination von Zauberkunst mit den dazugehörigen Originalkompositonen des späten 19, Jahrhunderts, hat es in dieser Art und Weise noch nie gegeben. Magic Christian moderierte den Abend voll wundervoller Musik  und flocht die passenden Originalkunststücke geschickt mit ein. Dass er Hofzinserexperte ist, jahrzehntelang  geforscht hat, dass ihm der Künstler und seine Zeit ein wirkliches Anliegen ist, merkte man an der Kompetenz mit dem er den Abend moderierte.

Zur Aufführung gelangte eine  Orginalkomposition von Nepomuk Hofzinser,
die Komposition von Philipp Fahrbach d. Ä.  zu der Döbler damals seine Blumenspende vorführte,
die Titi Polka von Josef Strauss, die von einem Streichquartett präsentiert wurde und für Kratky Baschiks Zaubertheater geschrieben wurde,
sowie Musikstücke von Johann Strauss Vater und Sohn, die Zauberkünstlern dieser Zeit gewidmet waren.

P1010922Magic Christian moderierte und zeigte zahlreiche Kunststücke aus dieser Zeit.
Daraus möchte ich stellvertretend ein paar hervorgreifen.
„Erinnern und Vergessen“ ist das erstaunliche Kunststück von Hofzinser bei dem eine nur gedachte Karte vorhergesagt wird.
Geldschein in Nuss/Ei/Zitrone/Orange war ein Lieblingskunststück von Hofzinser.
Der Münzfang unterhaltsam wurde präsentiert.
Ein sehr schönes und unterhaltsames Becherspiel, das zeigte, dass man dieses Kunststück am besten im Salon spielen sollte. Und vieles mehr.

P1010926Magic Christian präsentierte diese Kunststücke ruhig, ohne unnötigem Schnick Schnack klassisch. Er verzichtete wohl bewusst auf so manche „moderne“ Variante und blieb dem Thema des Abends treu. Dazu passten treffend auch von ihm zitierte Passagen aus Zeitungen und Briefen der damaligen Zeit.
Geschichten, Zeichnungen, Musik und Zauberei aus einer Epoche – in der Schulpädagogik würde man sagen: fächerübergreifender unterhaltsamer Projektunterricht.

Die historischen Instrumente wurde von Thomas Fheodoroff, David Drabek, Pablo de Pedro, Solveig Nordmeyer sowie Florian Birsak meisterhaft gespielt.
Ein sehr amüsanter Abend, der aus meiner persönlichen Sicht nur einen Wermutstropfen hatte.
Wo blieb die Zauberszene aus Wien, die sonst überall ist wo der Rauch aufgeht, bei diesem wirklich einmaligen Abend? Sie glänzte durch Abwesenheit und hat definitiv etwas versäumt.

P1010935Dem kulturell verwöhnten Publikum des Wien Musikvereins hat es sehr gut gefallen.
Der Abend hat aufgezeigt, dass es sehr wohl möglich ist solche Abende erfolgreich zu spielen. Als Mitglied der Zauberszene hätte mich noch etwas mehr die Vorstellung der vorführenden Künstlern und ihrer Instrumente interessiert. Das wäre meine Anregung, wenn es weitere Abende dieser Art geben sollte. Den Stammbesuchern der Konzertreihe: „Historische Instrumente“ hat das wohl weniger gefehlt. In Pausengesprächen und auch nach der Vorstellungen waren jedenfalls die Kommentare meiner Nachbarn sehr begeistert. Sie hätten den Weg in eine Zaubervorstellung wohl kaum gefunden, während mancher Zauberer vielleicht das erste Mal live ein klassisches Konzert besucht hat. Was will man mehr?

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Im Publikum gesehen:
Familie Huber, Familie Klaghofer, Herr Peter Hackhofer, Rainer Hahn, Rudolf Sanladerer, Friedrich Weil….

 

 

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