Tag 4: Historiker- und Sammlertreffen 2015: Schlusstag

P1020562Eine intensive und interessante Arbeitstagung geht zu Ende.

Der Schlusstag bringt einen Filmausschnitt eines Interviews von Magic Christian mit Ernst Lechner. Der ehemalige MZvD Präsident erzählt über seine Zeit mit Kalanag. Dies ist besonders interessant, da er ein Zeitzeuge ist, der Kalanag während des Zweiten Weltkriegs  erlebt hat und die letzen Kriegsmonate mit ihm und Gloria in Bad Aussee gelebt hat.
Viel wird über die Rolle von Kalanag und seine  Nazizeit spekuliert. Zeitzeugen können dieses Bild zusammen mit anderen Dokumenten klarer erscheinen lassen. Auch wenn man solche Interviews  aus Gründen der Befangenheit kritisch werten muss, sind sie doch eine wichtige Ergänzung in der Beurteilung dieser Zeit.
In jedem Fall aber war es sehr unterhaltsam, wie Ernst Lechner über seinen Eintritt als 16 jähriger in den MZvD sprach und wie er sein Taschengeld einem befreundeten Priester regelmäßig zahlte um ein Kunststück zu erlernen. Es gab einen guten Einblick in die wichtige Rolle des Magischen Zirkel dieser Zeit.

Zum Abschluss der Tagung wurde die Arbeit gewisser Arbeitsgruppen besprochen und der nächste Veranstaltungsort festgelegt. Details dazu später.

Es war auch Zeit Dank zu sagen. Dank an Magic Christian für die reibungslose Organisation, den passenden Veranstaltungsort und das tolle Programm. Nur durch großen Einsatz und seine sehr guten Verbindungen war es möglich so ein Programm zu bieten. Dafür Herzlichen Dank!
Ein Dank geht bei solchen Veranstaltungen natürlich auch immer an die Teilnehmer, die ihr Wissen, ihre Forschungen und ihre Leidenschaft in den Dienst der Sache stellen und andere daran teilhaben lassen. Davon lebt dieses Treffen.

P1020571Am Nachmittag trafen sich die Teilnehmer dann im Zauberkastenmuseum von Manfred Klaghofer.

Ich war das erste Mal in diesem Museum und muss sagen, dass es mir wohl wie jedem anderen Fachbesucher ging:
Ich war begeistert.

Unglaublich was Manfred Klaghofer hier gestaltet hat. Über 3000 Zauberkästen, wunderbar präsentiert und archiviert, machen den Besuch für Interessierte zu einem großen Erlebnis.
Ein Museum ist oft ein toter Ort, der leblose Objekte präsentiert. Anders hier.
Manfred Klaghofer demonstrierte uns seine Führung, die er für Laien macht. Hier wurden dann die alten Requisiten zum Leben erweckt und die Sammlung präsentierte sich dem Besucher in einem völlig neuen Bild.
P1020653Auch wenn Manfred seine Vorstellung vor Fachleuten als nicht so wichtig abtat, das Gegenteil der Fall.  Man spürte die Begeisterung eines Junggebliebenen der hier etwas Außergewöhnliches geschaffen hat. Mit hohem Einsatz zeigt er der Öffentlichkeit diese Schätze, anstatt sie für sich zu horten.
Das macht Arbeit und kostet viel Zeit.
Danke, dass du diese wunderbare Sammlung öffentlich machst.
Jedem Zauberfreund kann ich nur einen Besuch empfehlen, Es soll ja tatsächlich Wiener Zauberfreunde geben, die noch nie die Ausstellung besucht haben.

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Schönbrunner Straße 262, Im Hofe, Wien 12, nebst dem Schloß Schönbrunn.
Öffnungszeit:
Jeder 1.Sonntag im Monat von 10 – 16 Uhr, oder Gruppen bei Voranmeldung unter
0664 20 49 377;
Entrittspreise: Erw. 3,50 Kd. 6-15 Jahre 1,50 €
Auf der Homepage gibt es viele interessante Fakten nachzulesen.
http://www.zauberkasten-museum.at
Auf der Seite sind auch Fotos vieler Zauberkästen. Allerdings etwas versteckt:
https://www.flickr.com/photos/90196903@N02/sets/

Damit endet die Berichterstattung des Historiker- und Sammlertreffens Wien 2015. Ich hoffe der Blick durchs Schlüsselloch war interessant und motiviert  sich mit der Geschichte der Zauberkunst zu befassen. Nur wer seine Wurzeln kennt, kann sich weiterentwickeln.
In unserer Fachzeitschrift Aladin werden wir dem auch vermehrt Rechnung tragen. Moderne Zauberei und Zaubergeschichte ist kein Gegensatz.

 

 

 

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