35 Jahre Zauberfreunde Steyr – ein Treffen wie früher
Die Zauberfreunde Steyr feierten ihren 35. Geburtstag mit einem Zaubertreffen („Steyr zaubert!“), das an die legendären Treffen anschließt die es in Steyr immer gegeben hat. Auch wenn es bei mir terminlich kaum ging habe ich mich angemeldet und wenigstens ein wenig mit dabei sein zu können. Ca. 50 Zauberfreunde waren der Einladung gefolgt und bekamen ein tolles Programm geliefert! Zwei ausgezeichnete Seminare, ein Flohmarkt, Treffen mit Freunden und schließlich eine Zaubergala im Alten Theater in Steyr.
Anreise & Location: Wirt im Feld in Dietach
Um 6 Uhr früh startete ich in Sankt Johann und kam kurz nach 10:00 in Steyr, genauergesragt in Dietach beim Wirt im Feld an. Das ist ein großes traditionelles Gasthaus das von außen schmucklos und riesig ausschaut, im Inneren ein Hotel und viele Gasträume beherbergt und im ersten Stock Seminarräume unter anderem auch ein kleiner Saal. Die Wahl der Location war sehr gut gewählt, das Essen am Mittag sehr gut und was mich vor allem imponierte, war die unglaubliche Schnelligkeit und Freundlichkeit des Personals, das in Windeseile Mittagags in einem gut Besuchten Betrieb 50 zusätzliche Zauberer in Rekordzeit versorgten. 5 von 5 PUNKTEN.
Kongress-Sackerl mit Herzblut
Beim Empfang bekam man ein Kongress Sackerl das den Namen verdiente, und an alte vergessene Zeiten erinnert, als man darauf noch besonders neugierig war, weil es nicht nur aus Prospekten bestand. Nicht dass mir das bei einem Kongress besonders wichtig ist, aber ich weiss wie viel Arbeit dahinter steckt so etwas zu tun. Also nichts was man erwartet, aber eine Kleinigkeit, die das Engagement zeigt, mit der das Team der Zauberefreunde Steyr Freude vermittelten. Das zeichnete dieses Treffen aus und so wie bei Hansi Peter in Saalbach spürt man die Herzlichkeit überall.


Seminar Wolfgang Moser: Praxis, Klarheit und Leidenschaft
Da ich etwas zu spät zum Seminar dazu stieß, erlebte ich noch den Schluß vom Seminar von Wolfgang Moser. Darüber zu sprechen bedeutet Eulen nach Athen zu tragen. Wolfgang ist einer der besten Seminarleiter die ich kenne. Er zeigt Effekte und Techniken die er tatsächlich benutzt, keine Traumgespinste und speziell konzipierten Seminar Effekte. Spielerisch mit viel Hintergrundwissens gibt er Geheimnisse preis, die so wertvoll sind und gleichzeitig unterhaltsam.
Manche Effekte sind bekannt. Silver Passage gehört zu den bezauberndsten Münzroutinen die ich kenne. Kurz, logisch und absolut magisch. Kein wildes Umherhüpfen von Münzen dem der zusichre fassungslos zuschaut und sich später nur an ein Kudellmuddel erinnert. Ein klarer Effekt, überraschend und absolut mystisch präsentiert. Weniger ist oft mehr.
Was bei Wolfgang aber nie weniger ist, ist die Leidenschaft und Arbeit für seine Effekte. Auch leicht ausschauende Techniken werden nur durch intensives Übern zu Wundern. Die Techniken mit einer Fadenmünze )Münze an einer Nylonschlaufe bzw. Münzclip an einer Schlaufe waren unglaublich natürlich und täuschten selbst dann, wenn man die Technik gezeigt bekam.
Ein Tuch in Ei ohne das übliche Gimmick und vor allem in einer wundervollen Präsentation. Und, und, und, …. ich kann nur jedem Freund raten sich das Seminar einmal anzuschauen. Im Vorfeld habe ich Zauberfreunde gehört,die mir sagten, dass sie nicht nach Steyr gehen, denn Wolfgang hätten sie bereits gesehen. Sie haben etwas versäumt weil Wolfgang immer neue Dinge bringt an denen er arbeitet und selbst Bekanntes nochmals in Erinnerung gerufen wird. Was in der Musik selbstverständlich ist, versteht man bei Zauberern nicht. Ich kann mir die Beatles immer wieder anhören, obwohl ich manche Songs mitsingen könnte.
Flohmarkt: Theorie, Realität – und sechs Aladin-Hefte
Im Händlerraum der mit den Wundern vergangener Raubzüge von ursprünglichen Besitzer voll war, ein weiterer Höhepunkt auf den ich später zurück komme. Flohmärkte zeigen Wunder für die wir Zauberer einmal ein kleines Vermögen ausgegeben haben die dann in Kartons auf Flohmärkten auftauchen und zu Schleuderpreisen verkauft werden. Vieles ist unverkäuflich. Aber man kann Schnäppchen machen.
Brauchen wir neue Tricks? NEIN. Aber Zauberei hat eben auch eine spielerische Komponente die wir alle lieben. Ich kaufe schon längst keine Tricks mehr und bei einer Bibliothek von über 3.000 Büchern, brauch ich eigentlich kein Buch mehr. Also gehe ich entspannt auf den Flohmarkt nur um zu Schauen. Soweit die Theorie. Nun zur Realität: Ich habe 6 Aladin Hefte gekauft!!!!!!! Ausgaben die vergriffen sind und die immer wieder nachgefragt werden. (OK das sagen wir jetzt nicht meiner Frau, sonst macht sie sich Sorgen ….).
Christoph Borer scheint mit den Zauberfreunden besondere Beziehungen zu pflegen. Anderes kann ich mir nicht erklären wie man seine aktuellen Bücher zu solchen Preisen hier erstehen kann. Über die Qualität seiner Bücher gibt es keine Diskussionen. Ich habe zwei Bucher gekauft, die ich noch nicht hatte aber schon immer wollte. Auf dem Flohmarkt aus dem Nachlass von Rudi Breisach 2 Bücher von Juno entdeckt und ein Buch von Adrion, das ich zwar schon habe, aber das eine echte Kostbarkeit ist, die man gerne einem Zauberfreund den man schätzt schenkt. Und das Beste: Sie kommen von Rudi was schon allein wundervolle Erinnerungen wach ruft, wenn man sie in die Hand nimmt.
Wiedersehen mit Sepp Vogtenhuber: Denksport als Zauberkunst
Und dann mein Höhepunkt: Ich treffe einen Zauberfreund den ich seit vielen Jahren kenne und mich jedesmal freue wenn ich ihn sehe. Wir haben uns seit Corona aus den Augen verloren, aber da steht Sepp Vogtenhuber mit seinem verschmitzten Lächeln und zeigt mir einige seiner Denksportaufgaben die er da verkauft oder teilweise nur präsentiert. Sepp versteht es Denksport und scheinbare Unmöglichkeiten in seine Zauberkunst zu integrieren. Er hat ja auch eine vielbeachtete Serie über Denksporträtsel im Aladin gebracht.
Ds Schöne daran, die Rätsel sind scheinbar einfach, nicht kompliziert, aber sind nur zu lösen, wenn völlig von alten Denkmuster abweicht. Die Engländer nennen das „Out of the box“ Denken. Wer sich die Zeit genommen hat konnte hier um wenig Geld absolute Kostbarkeiten erleben und kaufen. Das musste ich natürlich tun und freu mich schon auf ein Wiedersehen mit Sepp.
Seminar Szabolcs Molnar: Mentalmagie ohne Elektronik
Der sympathische junge Ungar Szabolcs Molnar präsentierte Wunder der Mentalmagie ohne Elektronik. Ja sie haben richtig gehört, das gibts noch wirklich und junge Leute verwenden es.
Es geht am Anfang um die Wichtigkeit von Musik beim Beginn einer Show um das Publikum einzustimmen. Präsentiert hier z.B mit Geistertafeln und dem Thema Liebe. Einfach, visuell und eine schöne Einstimmung für eine Valentinshows, aber auch für jeden Anlass adaptierter. Aber viele andere Effekte kann man hier mit Musik zur Eröffnung umbauen. Es ist ein wichtiger Aspekt für Vorführungen wo man zu Beginn sein Publikum gewinnen muss ohne es gleich mit schwerem Vortrag zu erschrecken.
Dann folgen viele Effekte mit ESP Karten. Nichts das man kaufen muss, sondern auch nur mittels Papierkarten und einem Filzstift zeigen. kann. Szabolcs verkauft ein sehr spannendes englischsprachiges Buch darüber, vollgepackt mit interessanten Anwendungsmöglichkeiten. Ein tolles praxisnahe Seminar.
Das Schönste daran: er war auch bei Hansi Peter in Saalbach, wo sich eine Zusammenarbeit mit dem Aladin ergeben hat. in dem Aladin, der gerade in Druck ist, hat Szabolcs einen seiner Lieblingseffekte erklärt. Das Verbiegen von Münzen ohne Gimmick. Eine der besten Varianten die ich kenne. Technisch einfach aber sehr überzeugend, und der Zuschauer hat ein bleibendes Andenken da die Münze verschenkt werden kann. Der Abopreis des Aladins ist bereits mit diesem Effekt mehr als bezahlt. Wir vereinbaren weitere Zusammenarbeiten. Der sympathische Ungar bringt auch eine ungarische Zauberzeitschrift heraus von der jetzt die 3. Ausgabe herauskommt. Sie ist hochwertig produziert.
Was mir daran besonders gefällt, sind Schwerpunkte über gewisse Requisiten. In einer Ausgabe gibt es eine tolle Abhandlung über Münzdosen mit Vergleichen und der Geschichte. Wer eine Okito Dose oder Boston Dose hat findet hier alles dazu. Natürlich leider auf Polnisch. Wir vereinbaren eine weitere Zusammenarbeit. Für den MRA ist es wichtig, dass wir unsere Nachbarn die Ungarn zu denen wir einmal in der Monarchie gehörten, oder umgekehrt, je nachdem man mit einem Ungar und Österreicher spricht. ;-).
Aber es ist sehr bedauerlich, dass es nicht mehr Verbindungen zu unserem Nachbar Ungarn gibt. Vielleicht können wir hier in Zukunft bessere Verknüpfungen aufbauen. Beim Fröhlich Kongress haben wir inzwischen ungarische Freunde die unseren Kongress besuchen. Vielleicht gibt es in der Zukunft einmal einen Kongress Schwerpunkt: Fröhlich Zauberkongress XXXX – Ungarische Rapsodie“. Ich habe vor Jahren schon einmal so eine Idee gehabt, denn das Land das Figaro als Zauberer auch international bekannt gemacht hat, hat hervorragende Künstler zu bieten. Damals bekam ich auf Miene Anfragen keine Antwort, vielleicht finden wir nun einen neuen Weg zu einem Austausch.
Begegnungen, Nachwuchs & ein guter Austausch
Und noch ein Höhepunkt war das Treffen mit anderen Zauberfreunden. Steirer, Kärntner die ich nie persönlich früher sprechen konnte und Fabian, ein junges Mitglied der Zauberfreunde Steyr, hat mich an die Zeit erinnert als das Zauberfeuer in mir entfacht wurde. Er hatte eine Begeisterung in den Augen und ist hier bei den Steirer bestens aufgehoben. Wenn er dran bleibt, wird dieses Feuer auch nie erlöschen, das weiss ich aus eigener Erfahrung.
Ein langes Gespräch mit Wolfgang Moser über FISM, Wettbewerbe, Kongresse und die Zauberkunst in Österreich. Es ist ein Trend der Zeit, dass es in Österreich kaum international erfolgreiche Galanummern gibt, wenn es um Musiknummern geht. (im Gegensatz zu Deutschland). Da fällt mir aktuell lediglich von den jüngeren Thomas Gabriel ein, der auf einen internationalen Kongress gebucht werden kann, der eine Musiknummer auf hohem Niveau bietet. Oder fällt euch ein anderer Künstler dazu ein? Dann schreibt mir bitte!!
Abschluss: Gala verpasst – aber ein Tag, der bleibt
Die Abendshow im Alten Theater mit Queen of Hearts & der Eduard, konnte ich leider nicht mehr sehen, da ich am nächsten Tag in Graz einen sehr frühen Termin wahrnehmen muss, der für meine Gesundheit wichtig ist. Da wäre ich erst in den Morgenstunden in Graz angekommen. Und solche Monstertouren sollte ich in Zukunft meiden. Ich bin mir aber sicher, dass ich das Programm von Hermann und Franziska bald an anderem Ort sehen werde. Helmut Hörmann war in der Show und hat auf Facebook ein Review veröffentlicht, das ich im Anschluß meines Berichtes veröffentliche. Inkl. einem Foto von Helmut. Besten Dank dafür!

Dass Aladin Leser davon erfahren, sorgt unser neues Autoren Team Barbara Pirolt und Mario Krassnitzerdie im Aladin regelmäßig mit Berichten tätig sind. Berichte von Events, aber vor allem auch wertvollen Gedanken zur Zauberszene und Zauberkunst. Sie werden über das Treffen einen tollen Bericht schreiben auf den sie sich freuen können.
So endet gegen 22:00 als ich in Graz ankomme ein 16 Stündiger Tag mit 390 km Autofahrt, tollen Begegnungen und Zauberkunst. Es war toll bei euch in Steyr. Danke für die Gastfreundschaft und ich hoffe dass diese Treffen der Zauberfreunde Steyr wieder zu einem Fixpunkt werden.
Ergänzender Bericht von Helmut Hörmann:
„QUEEN OF HEARTS & DER EDUARD“ – Zaubershow im Alten Theater Steyr
Das Alte Theater Steyr verwandelte sich an diesem Abend in einen Ort voller Magie, Poesie und staunender Gesichter. Der würdige Rahmen bot die perfekte Bühne für eine Zaubershow, die in mehrfacher Hinsicht als hervorragend zu bezeichnen ist.
„Queen of Hearts & der Eduard“ überzeugten mit außergewöhnlicher Kreativität, einer stimmigen Dramaturgie und großer Abwechslung. Die präsentierten Zaubertricks waren verblüffend, getragen von geheimnisvollen Effekten, die das Publikum immer wieder zum Staunen brachten. Passend eingesetzte Toneinspielungen sowie gezielte Lichteffekte verstärkten die Atmosphäre und verliehen der Show zusätzliche Tiefe.
Besonders hervorzuheben war die gelungene Einbeziehung der Zuseher. Das Publikum wurde nicht nur eingebunden, sondern fühlte sich als wesentlicher Teil des Geschehens. Humorvolle, teils „schräge“ Momente sorgten für herzhaftes Lachen, ohne die geheimnisvolle Grundstimmung der Show zu verlieren.
Die Mischung aus Charme, Humor und Magie war überaus stimmig. Das Publikum zeigte sich dementsprechend begeistert und belohnte die Künstler mit großem Applaus.
Ein Abend, der verzauberte, berührte und noch lange in Erinnerung bleibt.

Foto mit freundlicher Genehmigung von Helmut Hörmann

Sollte Wolfgang Moser demnächst im Umfeld Köln/Düsseldorf arbeiten, würde ich mich sehr über einen vorherigen Hinweis dazu freuen, damit ich ihn mir mal live anschauen kann. Kenne ihn nur aus dem Fernsehen und den unzähligen hervorragenden einstimmig positiven Kritiken. Er wirkt sehr sympathisch, bescheiden, ohne Allüren. Solche Künstler mag ich sehr!