Mit herzlichen Dank an Wittus Witt der mir seinen englischen Bericht über diese Veranstaltung zur Verfügung stellte und die Fotos zur Verfügung stellte. Er wurde von mir für den Blog etwas zusammengefasst und gekürzt. Den Originalartikel können Sie am Ende downloaden. Alle Fotos Wittus Witt.
Vom 21. – 24. August 2025 fand in Riga der 10. Europäische Kongress der Zauberkunst-Historiker statt. Die Veranstaltungen verteilten sich auf drei besondere Orte: das Mystery Magic Museum und Theater, den traditionsreichen Riga Circus sowie das Kempinski Hotel.
Der offizielle Auftakt erfolgte am Donnerstag, den 21. August. Bereits ab 14:30 Uhr konnte man sich im Riga Circus registrieren, erste Gespräche mit den angereisten Kollegen führen und die besondere Atmosphäre dieses geschichtsträchtigen Hauses auf sich wirken lassen.

Der Riga Circus – eines der ältesten durchgehend bespielten Zirkusgebäude Europas)
Willkommen im Riga Circus
Der Riga Circus gilt als eines der drei heute noch existierenden festen Zirkusgebäude Europas – und als das einzige, das niemals geschlossen wurde. Nach einer beeindruckenden Führung durch das Haus folgte die offizielle Begrüßung im Zirkus selbst. Rund 60 Fachkollegen mit Begeisterung für die Geschichte der Zauberkunst waren anwesend.
Besonders positiv fiel die sorgfältig zusammengestellte Konferenztasche auf: Darin befand sich ein detaillierter und liebevoll gestalteter Katalog mit Hinweisen zu allen Programmpunkten sowie zusätzlichen historischen Beiträgen. Im Anhang sind zudem alle Zauberer dokumentiert, die jemals in Lettland und insbesondere in Riga aufgetreten sind – ein wertvoller Hinweis auf die Bedeutung des Landes und der Stadt für die Geschichte der Zauberkunst.
Enrico Pezzoli und seine Frau Dace führten mit viel Selbstbewusstsein und Charme durch den Nachmittag und übernahmen auch später am Abend die Moderation.
Die ersten Vorträge
Das Eröffnungsprogramm war erfreulich kompakt. Unmittelbar im Anschluss begannen die ersten beiden Vorträge:
- Enrico Pezzoli sprach über die Geschichte der Kunst mit Seifenblasen.
- Lolita Lipinska stellte jene Zauberkünstler vor, die im Laufe der Jahrzehnte im Riga Circus aufgetreten sind – darunter bekannte Namen wie Recha, der „Teufel im Frack“, und natürlich Emil Kio.
Leider erwies sich die Projektion der Bilder auf einen großen Vorhang als unglücklich: Durch die Falten wirkten die Darstellungen oft unscharf. Auch der Vortrag über die Zirkuszauberkünstler war für meinen Geschmack etwas zu ausführlich und legte den Fokus zu sehr auf den Zirkus. Ohne Zweifel ist der Zirkus ein bedeutender Aufführungsort – für mich persönlich steht er jedoch nicht im Zentrum der Zauberkunstgeschichte.
Ein bunter Abend im Mystero Theater
Im Anschluss brachte uns ein Bus ins rund zwei Kilometer entfernte Mystero Theater und Museum. Dort erwartete uns ein sehr angenehmer, farbenfroher Abend. Das Museum ist hervorragend ausgestattet: Im Mittelpunkt stehen zahlreiche Zauberkästen, ergänzt durch historische Plakate und reizvolle Apparate. Literatur hingegen konnte ich nicht entdecken.
Das Abendprogramm enthielt ebenfalls Zirkuselemente: Drei Tänzerinnen eröffneten mit einem schwungvollen Can-Can und zeigten später weitere Tanzeinlagen – solide, aber für mich kein besonderes Highlight.
Für Aufsehen sorgte eine kurze Live-Schaltung zu David Copperfield, der die Teilnehmer begrüßte. Persönlich halte ich solche Rituale nicht für notwendig – wir Zauberkünstler sind Anerkennung genug für uns selbst. Für Dace jedoch war es sichtlich ein besonderer Moment, den sie mit leuchtenden Augen genoss.
Der Abend bot zudem reichlich Gelegenheit zum Netzwerken: Bei Getränken und Snacks kam man leicht ins Gespräch, und es entstand eine ausgesprochen freundliche, herzliche Atmosphäre.


Fazit
Alles in allem war es ein schöner und gut organisierter Auftakt zum 10. European Historians of Magic Congress. Ein herzliches Dankeschön an Dace und Enrico Pezzoli, die mit Charme, Organisationstalent und Begeisterung für die Zauberkunst einen stimmungsvollen Beginn ermöglichten.
Hier gehts zum Bericht über Tag 2: LINK
Original Artikel Wittus Witt:

Danke für die Berichte, ich wäre gern dabei gewesen.
Eine Anmerkung zu:
„Der Riga Circus gilt als eines der drei heute noch existierenden festen Zirkusgebäude Europa.“
„The Riga Circus is considered one of the three permanent circus buildings in Europe that still exist today …“
Das bezweifle ich. Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mehr als drei aktive feste Zirkusgebäude in Europa.
Allein in Moskau sind es mindestens zwei (Tsirk Nikulina na Tsvetnom Bulvare und Bolshoi Tsirk (Novy Tsirk) na Prospekte Vernadskogo. In der Ukraine ebenfalls mit Kiyevsky Tsirk (Nationalcircus der Ukraine) in Kiyev und in Lemberg den Tsirk vo L’vove, in Donetsk, in München mit Circus Krone (nur Wintersaison) usw.
Auch die ständig ohne Unterbrechung gespielt haben wie im Artikel geschrieben? Vielleicht kann Wittus Witt dazu etwas sagen?