Blackpool – Tag 3

Großartige Zauberkunst war am Freitag in Blackpool zu erleben – intensive Begegnungen, inspirierende Gespräche und dieses ganz besondere Kongressgefühl, wenn man Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt trifft. Einen solchen Anlass muss man auch nutzen, um Kontakte zu knüpfen. Einige der hier gefeierten Namen stehen übrigens auch in Bad Aussee beim Fröhlich Zauberkongress (10.–13. September 2026) auf der Bühne – allerdings nicht vor 1.200 oder 2.500 Besuchern, sondern in einem Saal mit rund 350 Plätzen. Näher dran geht kaum.

Nebenbei haben sich hier bereits über 15 neue Teilnehmer für Bad Aussee angemeldet. Noch gibt es Karten, aber erfahrungsgemäß lohnt sich rasches Buchen. Auch zwei Wettbewerbsplätze sind kurzfristig frei geworden – Interessierte sollten sich zeitnah melden.

Zurück nach Blackpool: Nach einem gemütlichen Frühstück stand die Qual der Wahl an – 13 Seminare, sechs Abendshows, dazu die riesige Händlermesse. Beeindruckend, was hier jedes Jahr geboten wird. Einen guten Teil des Tages habe ich damit verbracht, spannende Händler für Bad Aussee zu gewinnen und Gespräche mit engagierten Künstlern zu führen.

Interessantes aus der Händlermesse:

Close-up Show

Eine Close-up-Show mit Tobias DostalPaul GertnerMyung Joon Lee und Dean Lahan, moderiert von Paul Zenon, konnte nur teilweise überzeugen.

Paul Gertner ist ein Meister seines Fachs – seine Klassiker funktionieren auch nach Jahrzehnten, weil Timing und Struktur perfekt sind. Myung Joon Lee präsentierte moderne Effekte mit technischen Komponenten, darunter sein „Arcane Pad“, das vor allem technikaffine Kollegen begeistert. Tobias Dostal zeigte einige seiner ungewöhnlichen, kreativ konstruierten Effekte, bei denen Alltagsgegenstände zu surrealen Momenten werden – mitunter hatte man jedoch den Eindruck, dass hier auch Produkte für den Verkauf promotet wurden. Close-up Gala als Händlerdemo finde ich persönlich nicht prickelnd, dazu gibt es Seminare.

Besonders berührend war der Auftritt von Dean Lahan. Trotz erheblicher Einschränkungen an beiden verkrüppelten Händen, demonstriert er eindrucksvolle Kartenkunst. Was mit Disziplin, Kreativität und innerer Stärke möglich ist, wenn andere längst aufgegeben hätten, ist bemerkenswert. Paul Zenon führte mit britischem Humor und Ironie souverän durch das Programm.

Erste Abendgala

Dann die erste große Abendshow mit Charly Caper. Der FISM-Preisträger zeigte sein Soloprogramm, mit dem er bereits in 46 Ländern aufgetreten ist. Seine Misdirection ist außergewöhnlich, sein technisches Niveau ebenso. Er ist ein Meister der Misdirektion, Auch einen kleine Blick auf seine Roboter Entwicklungen waren zu sehen. Eine starke Gala mit Standing Ovations. Mehr über ihn demnächst im Aladin, wo wir diesen Ausnahmekünstler demnächst genauer vorstellen.

Zwischendurch ein gemeinsamer „Zuckerschock“ mit Freunden aus Deutschland – in einem Süßigkeitengeschäft, wie es wohl nur in England überleben kann.

Zweite Gala im Opera House

Die zweite Gala fand im Opernsaal der Winter Gardens Blackpool statt. Der Abend begann mit einer poetischen Balance-Nummer (leider ohne Namensnennung im Programmheft).

Moderiert wurde die Show von Max Fulham, der mit britischem Humor und vielen Insider-Anspielungen auf die Zauberszene durch den Abend führte.

Der argentinische Jongleur Zuka zeigte eine rasante, technisch atemberaubende Darbietung – man hatte zeitweise den Eindruck, er verfüge über drei Hände. Großartig.

Artem Shchukin präsentierte seinen Manipulationsact auf Weltklasseniveau – klar strukturiert, technisch präzise, mit starker Bühnenpräsenz.

Solange Kardinaly brachte Tempo und visuelle Effekte in die Gala – Quickchange ist nicht jedermanns Sache, doch das Publikum honorierte es mit viel Applaus.

Mit Matteo Fraziano folgte ein Schattenspieler, der bekannte Zauberkünstler imitierte und so eine humorvolle Hommage an die Szene bot.

Ein Varieté-Abend im besten Sinne: Bauchreden, Jonglage, Schattenspiel, Balance und Zauberkunst – ein Panorama des Showbusiness.

Ein besonderes Highlight war Tape Face, bekannt aus America’s Got Talent. Mit schwarzem Isolierband über dem Mund agiert er als skurriler Pantomime und schafft es, ohne Worte eine ganze Halle zum Lachen zu bringen.

Den Abschluss bildete Read Chung, der Bücher und Gegenstände scheinbar ohne Abdeckung in Rauch auflöste – visuell stark, beinahe wie „echte“ Magie.

Und wer glaubt, danach sei Schluss, kennt Blackpool nicht. In der Hotelbar trifft man Menschen, die offenbar keinen Schlaf brauchen. Gesprächsthema? Natürlich Zauberei.

Am Samstag startet der große Wettbewerb mit einem Preisgeld von 30.000 Pfund für den ersten Platz. Das dürfte namhafte Teilnehmer anziehen. Es bleibt spannend.


Das heutige Highlight:
Wer gewinnt die 30.000,– Euro?

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