Die Tage hier in Blackpool sind wie im Flug vergangen: acht Bühnenshows gesehen, zwölf Seminare besucht, Kontakte geknüpft, diskutiert und viele großartige Künstler getroffen.
Tag fünf war für mich der schwächste. Vielleicht, weil langsam die Luft draußen ist. Die Tage hier sind eine intensive, manchmal auch etwas inhomogene Mischung unterschiedlichster Eindrücke und Charaktere.
Frühstück wieder im Hive, dann ein letzter Gang über die Händlermesse. Auf dem Programm stand anschließend das Seminar von Charly Caper: ein sehr persönlicher Talk über seine Karriere, über Wege, einen Act zu verbessern, über das Leben als Straßenzauberer und die Entstehung seines Roboter-Acts. Einer der Höhepunkte des Kongresses.


Danach noch ein kurzer Austausch mit Charly über ein gemeinsames Projekt in diesem Jahr, bei dem er seine komplette Robotershow – derzeit in Neuseeland lagernd – zeigen wird. Ein ausführlicher Bericht dazu folgt in der nächsten Ausgabe des Aladin.
Auch Ben Earls wunderbares Seminar gehörte zu den Highlights von Blackpool. Ein äußerst sympathischer Künstler, der sich weniger auf das „Wie“ als auf das „Warum“ konzentrierte – eine Perspektive, die man in dieser Form selten so klar formuliert hört.
Schließlich dann die Legende: Chris Capehart. Bereits in New Stars of Magic kann man über seine Zwei-Ringe-Routine lesen, die er aus nächster Nähe direkt unter den Augen der Zuschauer verketten lässt. Genau dafür ist er bekannt – und genau das zeigte er. Dazu eine angedeutete Miser’s-Dream-Routine, der Kartentrick, mit dem er einst Penn & Teller narrte, und eine rätselhafte, immer wieder animierte Spielkarte, die auf Befehl umkippte. Capehart ist ein erfahrener Zauberkünstler, der sein Programm über Jahrzehnte perfektioniert hat; heute ist er etwa 82 Jahre alt, wie er später erzählte. Ein wohltuender Kontrast zu den technologisch getriebenen Entwicklungen, die man hier ebenfalls vielfach sieht.


Am Abend noch zwei Shows: Markobi, den ich schon deutlich stärker erlebt habe – an diesem Abend etwas langatmig, viele verließen frühzeitig den Saal. Auch die parallel laufenden Alternativen wurden von Freunden nicht als große Höhepunkte bezeichnet.
Dann die große Gala im Opernhaus mit großen Namen. Warum sie für mich – bis auf einige Ausnahmen – dennoch kein wirklicher Höhepunkt war, dazu später mehr.
Ich habe viel gesehen und gleichzeitig vieles verpasst; das Programm war schlicht zu umfangreich. Dennoch zeigt sich hier einmal mehr, wie kreativ und vielfältig diese Kunst ist, die uns so fasziniert.





Draußen kreischen bereits wieder die Möwen. Ich muss packen, denn etwas unvorsichtig habe ich einen Flug um 6:30 Uhr nach London gebucht, wo ich noch eine Woche bleiben werde. Dort stehen zwei Musicals, ein Konzert und ein Besuch im renommierten Magic Circle auf dem Programm. Eine spannende Woche liegt also noch vor mir – in einer der für mich interessantesten Städte der Welt.
Ein ausführliches Kongressfazit folgt hier in Kürze. Ebenso ein Bericht über einen Zirkelabend im Magic Circle London, mit seinem ganz besonderen Clubhaus. Danke für die vielen Rückmeldungen. Schauen sie ab und zu wieder hier im Blog vorbei wenn Sie aus erster Hand informiert werden möchten. Tiefere Analysen findet man in unserer Fachzeitschrift „Aladin“ die man natürlich – wie fast 1.000 Zauberfreunde – auch abonnieren kann. ;-).
Hier die Infos dazu: https://www.aladin.blog/abo/

Vielen Dank für die tollen Berichte. Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche in London!