Bühnenwettbewerb 2. Tag Quebec

Der Vormittag ist vorbei, es gab wieder zwei Ausfälle, Sergi Solisten und Andrea Rizzolini, dafür ist Massimo Rossi von gestern dazugekommen.
Ein paar Nummern waren jetzt nicht gerade FISM Niveau nach unserer Meinung.
Dafür vier Mal Standing Ovations für
Filiberto Selvi, Allgemeine Magie,
Francesco Della Bona, Manipulation, beide mit sehr starken Effekten… S
Standing Ovation in Comedy ist selten, Mortenn Christiansen hat es aber geschafft, feiner Humor und überraschende Effekte.
Schließlich die Juliana Chen Schülerin, Ding Yang, eine Chinesin, mit einer optisch und technisch tollen Taubennummer (Respekt, auch wenn Taubennummern für viele nicht mehr zeitgemäß sind). Ding Yang tritt auch im Theater von Greg Frewin in Nigara Falls auf,

Das Resümé der Österreichischen Delegation: Ein interessanter Vormittag.
Im Netz gab es starke Kritik an der Wettbewerbsnummer des Italieners Luca Mercatelli. Man wundert sich warum die Nummer nicht abgebrochen worden ist. Aber die Kritiker im Netz haben oft eine scharfe Zunge.

Nachmittags kam dann Close-up und Parkuhr dran:

Das Österreichische Team vor Ort meinte zum Wettbewerb:
„Der Close up Wettbewerb hatte heute keine schlechten Nummern, viele schöne Effekte und gute Ideen. S.o. bekam Markobi für eine Kartennummer im Lenard Green Style, also unterhaltendes Chaos … Mellow und Maxl haben ihre Sache sehr gut gemacht, kannte beide nicht. Werden wohl nicht Weltmeister werden aber haben aufgezeigt…“

Es ist immer auch Interessant internationale Meinungen aus dem Netz zu hören, deshalb hier einige subjektive Meinungen:
Facebook (Donal Chance): https://www.facebook.com/donal.chayce

Donal bespricht alle Wettbewerbsnummern im Detail und wird von vielen Fachleuten geschätzt. Natürlich ist es rein subjektiv, wie jede Besprechung. Schaut bei seinem Facebookaccount vorbei, hier könnt ihr alle Nummern der Wettbewerbe beurteilt sehen.

…….Den Anfang machte YANN YURO (Mentalmagie/Deutschland) mit einem Vorhersageeffekt, bei dem fünf Staffeleien, fünf unscheinbare Gemälde, ein Sessel mit Fußstütze und ein Freiwilliger aus dem Publikum zum Einsatz kamen. Ein Teil des Effekts bestand darin, dass der klassische Magier (oder in diesem Fall der Mentalist) in Schwierigkeiten geriet, da die Reihenfolge der vom Freiwilligen ausgewählten Bilder nicht mit der Vorhersage des Künstlers übereinstimmte. Der eigentliche Höhepunkt sollte jedoch darin bestehen, dass die Buchstaben auf der Rückseite jedes Gemäldes, wenn sie umgedreht werden, das vom Freiwilligen erdachte Wort buchstabieren würden (das er aus unerklärlichen Gründen auf eine kleine Karteikarte schreiben und in seine Tasche stecken musste). Leider gab es anscheinend ein Problem mit der Kraft des Wortes (das sagte Yuro auch), denn das Wort, an das der Freiwillige dachte, war (ich glaube – sein Mikrofon war zu leise) „Glaube“, und das Kraftwort war „Mensch“. Aber auf den Rückseiten der Bilder stand korrekt „Mensch“, das war es also. Der Darsteller sah zwar angenehm aus und war sympathisch, aber es gab nichts Besonderes, weder in seinem Aussehen noch in seinem Auftreten. Meine Bewertung auf einer Skala von 1-10: 4.5

NIKOLAI STRIEBEL (Manipulation/Deutschland) eröffnete mit einem schwebenden Blatt Papier, das sich in der Luft zu einem Papierflugzeug faltete. Danach zeigte er einige Papierflugzeug-Produktionen mit bloßen Händen, eine Fingerhut-Nummer mit Sharpie-Kappe mit einigen ungewöhnlichen (und täuschenden) Verschwinden und Produktionen, ein schwebendes und verschwindendes Papierflugzeug, einige Manipulationen mit leeren Karten und einen Papierflugzeug-Schneesturm (eine Art) als Finale. Dies war offensichtlich eine einzigartige Darbietung und Striebel ist ein fesselnder Performer. Meine Bewertung: 8.0

MELLOW (Salonmagie/Deutschland) zeigte einen Themenakt, bei dem er eine Polaroidkamera und Polaroidfotos verwendete. Zunächst produzierte er die Kamera selbst und „extrahierte“ dann die physischen Gegenstände aus mehreren Fotos, so dass nur der Rand jedes Fotos und ein quadratisches Loch an der Stelle des Bildes übrig blieben. Ein Freiwilliger aus dem Publikum wählte eines von mehreren Fotos aus und fotografierte dann mit der Kamera Mellow. Als das Foto entwickelt wurde, war es nicht von Mellow, sondern ein Foto, das zu dem vom Freiwilligen ausgewählten Foto passte. Zum Schluss ließ Mellow die Kamera auf ungewöhnliche Weise verschwinden: Er zerknüllte sie zu einem Papierball und warf sie weg. Meine Bewertung: 8,0

Ich weiß nicht, wie alt er ist, aber ich bin mir sicher, dass MAGIC MAXI (Salonmagie/Deutschland) der jüngste Teilnehmer bei dieser FISM ist. Er sieht aus, als wäre er in der High School, und sein Auftritt dreht sich um das Thema „Getting Ready for School“. Angefangen mit einem klingelnden Wecker, über das Herstellen (und manchmal Verschwinden) der Gegenstände, die sein Frühstück ausmachen, bis hin zum magischen Packen seiner Schultasche, war jeder Effekt genau auf den Punkt. Der Höhepunkt des Auftritts war die verblüffende Aufhängung eines Eies. Nachdem er das Ei bewegungslos in der Luft schweben ließ, stellte Magic Maxi einen großen, umgedrehten Becher darüber, um zu beweisen, dass es keine Fäden, Drähte usw. gab. Dann hob er den Becher ein paar Zentimeter an und schob einen Löffel unter das Ei, um den Beweis zu untermauern. Wir haben alle buchstäblich nach Luft geschnappt, als er sich von der Bühne entfernte, um seine Schultasche zu holen, wobei er das Ei in der Schwebe ließ, nur um sich einen Moment später wieder umzudrehen und das Ei beim Verlassen der Bühne geschickt aus der Luft zu holen. Meine Note: 8,0




2 Kommentare zu "Bühnenwettbewerb 2. Tag Quebec"

  1. Pierre Castell | 28. Juli 2022 um 3:26 | Antworten

    „Im Netz gab es starke Kritik an der Wettbewerbsnummer des Italieners Luca Mercatelli. Man wundert sich warum die Nummer nicht abgebrochen worden ist!“

    Würde mich freuen, wenn hierzu ein wenig mehr Infos mitgeteilt würden. Mich als interessiertem Leser Ihrer täglichen tollen Berichterstattungen machen solche Aussagen besonders neugierig. Was war denn der Anlass zur Kritik?

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