Wittus Witt berichtet zeitnah über den dritten Tag der European History of Magic Conference mit schönen Bildern. Alle Fotos kommen von ihm, danke für das Teilen für unsere Leser. Im Anschluß wie üblich auch ein Link zum Original PDF auf englisch:
Der dritte Tag des European History of Magic Congress gehörte für mich zweifellos zu den schönsten des gesamten Treffens. Warum? Weil die Organisation erneut hervorragend war – und weil es wieder großartige Programmpunkte gab.
Am Vormittag besuchten wir die Universitätsbibliothek, wo eine beeindruckende Ausstellung zu sehen war: frühe Zauberliteratur, Plakate, Poster von Künstlern, deren Namen uns bislang völlig unbekannt waren. Was hier normalerweise gut verborgen in den Beständen schlummert und nun für einige Wochen öffentlich zugänglich ist, erwies sich als absolut faszinierend. Nur ein paar Fotos können diesen Eindruck wiedergeben.


Anschließend folgte ein Vortrag, der ursprünglich für den Vortag vorgesehen war: Anne Davenport sprach über die Davenport Brothers – eine sehr fundierte Darstellung ihrer berühmten Séancen im Geisterkabinett.
Darauf präsentierte Jan Isenbart seinen Beitrag über „Zauberkunst in der Werbung“. Er zeigte zahlreiche Beispiele aus seiner Sammlung: Marken, die mit Zauberei warben, sowie Magier, die für Produkte als Testimonials auftraten.
Gabe Fajuri sprach danach über seine Erfahrungen mit Zauber-Auktionen. Besonders interessant waren seine Beobachtungen zu den Preisentwicklungen der letzten Jahre und der Hinweis, dass Auktionen dieser Art erst seit den 1970er-Jahren wirklich ernst genommen werden.
Nach dem Mittagessen im Kempinski Hotel ging es weiter ins Kino Splendid Palace – ein prächtig erhaltenes Haus, das eher an ein Opern- oder großes Theater erinnert. Dort hielt Mike Caveney einen Vortrag über Houdini im Film und zeigte im Anschluss Houdinis Streifen Terror Island. Der Film selbst mag heute nicht mehr begeistern, doch spannend war, Houdini als Person zu erleben – seine Bewegungen, seine Gestik, sein Auftreten, das über das bekannte Gesicht mit stets gleichem Ausdruck hinausging.



Am Abend ging es zurück ins Theater Mysterio, wo Aurelio Paviato eine Soloshow präsentierte. Zweifellos ein schönes Programm für Laien – und Paviato erwies sich als versierter Techniker. Schade war nur, dass er in recht alltäglicher Kleidung auftrat; das minderte die Eleganz des Auftritts ein wenig. Das Konzept seines Programms: historische Erzählungen, die er mit passenden Zaubereffekten illustrierte – insgesamt eine angenehme Darbietung.
Daran schloss sich eine Charity-Auktion zugunsten eines nahegelegenen Kinderheims an, schwungvoll und humorvoll geleitet von Gabe Fajuri (Potter & Potter). Ein sehr lebendiger Programmpunkt, der viel Freude machte.
Zum Abschluss stellten sich die vier Bewerber um die nächste EMHC-Tagung vor:
- Retonio Breitenmoser für Las Degas
- meine Wenigkeit für Hamburg
- Magic Christian für Wien
- und schließlich Fergus Roy für London
Es wurde spät – daher an dieser Stelle ein etwas kürzerer Bericht.
Vierter Tag & Finale
Morgen stehen noch drei besondere Programmpunkte an:
- ein Flohmarkt im Kempinski Hotel,
- mein Vortrag über „20 Jahre EMHC“,
- sowie die Abschlusspräsentation von Freddy Rutz, der einen Film über Günther Dammanns drei Bücher zusammengestellt hat – auf den alle sehr gespannt sind.
Dann fällt die Entscheidung, wo der nächste EMHC stattfinden wird. Ein kleiner Flohmarkt-Nachschlag rundet den Tag ab, bevor um 18 Uhr die Konferenz offiziell beschlossen wird.
Fazit
Die Organisatoren Enrico und Darze haben ganze Arbeit geleistet. Mit viel Unterstützung von Stadt und Sponsoren und einem Auge fürs Detail entstand eine in jeder Hinsicht gelungene Veranstaltung. Der Kongress war nicht nur eine große Bereicherung für die Kulturgeschichte der Zauberkunst, sondern unterstrich auch die tiefe Tradition der Magie in Lettland. Gerade dieser Aspekt machte die Tagung besonders wertvoll. Riga darf stolz sein – und wir dürfen dankbar zurückblicken.
Download des Originalartikel (englisch) von Wittus Witt von Tag 3:

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