Zusammenfassung und gekürzte Übersetzung des 2. Tags der Historiker Konferenz in Riga von Wittus Witt, von dem auch alle Fotos sind. Das Original finden Sie am Ende des Artikels
Hier gehts zu Tag 1 der Tagung: LINK
Der zweite Konferenztag im Mystero Theatre bot ein prall gefülltes Programm mit hochkarätigen Vorträgen. Die Themen waren vielfältig – von historischen Manuskripten über vergessene Zauberkünstlerinnen bis hin zu kuriosen Betrugsspielen –, und reichten von wissenschaftlich fundierter Forschung bis hin zu persönlichen Anekdoten. Zwar waren nicht alle Beiträge für Teilnehmer ohne sehr gute Englischkenntnisse leicht verständlich, doch insgesamt erwies sich das Programm als überaus spannend und bereichernd.

Teilnehmer an der Veranstaltung in Riga (Foto: Wittus Witt)
Höhepunkte des Programms
Besonders bewegend war Fergus Roys Vortrag über seinen Schwiegervater George „Gilly“ Davenport, eine Schlüsselfigur in der Geschichte von Davenport’s Magic. Die junge Finnin Pauliina Rasanen rückte mit ihrem Beitrag die lange vergessenen Zauberinnen Sidonie Roman und Pauline Schmidt ins Rampenlicht. Auch der Vortrag von Dace Pezzoli über den lettischen Zauberer San Martino de Kastrozza war eine Entdeckung und würdigte einen Künstler, dessen Bedeutung bislang kaum beachtet wurde.
Ein ungewöhnlicher und zugleich faszinierender Programmpunkt war die Einführung in das historische Glücksspiel „Fast and Loose“ (Ketttenschwindel), bei dem Zuschauer erraten müssen, ob ihr Finger in einer Schlaufe gefangen bleibt oder frei wird.
Die Vorträge im Überblick
- Aurelio Paviato (Italien) – Das Asti-Manuskript: Untersuchung eines Manuskripts von 1680–1730 mit möglichen älteren Wurzeln.
- Salvatore Rapacciuolo (Italien) – Fast and Loose: Historisches Betrugsspiel, populär seit dem Mittelalter, literarisch erwähnt bis zu Shakespeare.
- Maciej Pulawski (Polen) – Pseudo-magische Rituale in Renaissance-Komödien: Scharlatane und Nekromanten auf der Bühne der commedia erudita.
- Flip Hallema (Niederlande) – Die Familie Bamberg: Sechs Generationen einer Zauberdynastie – von Okito bis Fu Manchu.
- Fergus Roy (Großbritannien) – Gilly – Das Leben von George Davenport: Neue Fakten zur britischen Zaubergeschichte.
- Lucia Raggetti (Italien) – Die arabisch-mittelalterliche Tradition: Zauberei als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Unterhaltung.
- Sara Fani & Marianna Marchini (Italien) – Zauberei an der Federspitze: Wie Tinten und Schreibflächen in der arabischen Welt für magische Effekte genutzt wurden.
- Marco Baschetti (Italien) – Lasst uns Eier zaubern!: Die zentrale Rolle von Eiern in arabischen Illusionshandbüchern.
- Dace Pezzoli (Lettland) – San Martino de Kastrozza: Ein lettischer Zauberkünstler als europäischer Star um 1900.
- Pauliina Rasanen (Finnland) – Celebrated but Forgotten: Weibliche Zauberkünstlerinnen im „Goldenen Zeitalter der Zauberkunst“.



Ein festlicher Abschluss
Nach dem letzten Vortrag ging es per Bus zurück ins Kempinski Hotel. Am Abend erwartete die Teilnehmer ein feierliches Galadinner in einem prachtvollen Gebäude. Ein Vertreter der Stadtverwaltung hieß die Gäste willkommen und eröffnete ein reichhaltiges Buffet. Damit klang der zweite Tag der Konferenz in würdigem Rahmen aus.

Fazit
Der zweite Konferenztag war geprägt von einer beeindruckenden thematischen Vielfalt: Historische Handschriften, kulturwissenschaftliche Analysen, persönliche Biografien und sogar spielerische Betrugsformen bildeten ein facettenreiches Gesamtbild. Ein Tag, der nicht nur Wissen vermittelte, sondern auch Inspiration für alle bot, die sich mit der Geschichte und Gegenwart der Zauberkunst beschäftigen.

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