Im Forum des Aladin.blogs stand vor einiger Zeit ein Kommentar eines Verantwortlichen eines MRA Klubs:
„Leider ist es in Österreich schon so, dass die offizielle Vertretung der ZauberKUNST schon voll auf der political correctness aufgesprungen ist. Das stößt nicht nur in unserem Club sauer auf. Beginnend schon bei der Nachwuchsarbeit und der Vorschreibung einer Richtlinie bzgl. sexueller Übergriffe an Jugendlichen, …….“
(https://www.aladin.blog/politik-und-zauberkunst/)
Abgesehen davon, dass in den letzten drei Jahren kein einziger MRA-Klub Einwände gegen die Kinderschutzrichtlinien erhoben hat, zeigt eine solche Aussage, wie gedankenlos sie ist – noch dazu in einem öffentlichen Forum für Zauberkunst. Wie mir Mitglieder dieses Klubs mitteilten ist es wohl die Einzelmeinung des betroffenen, dass sexuelle Übergriffe an Jugendlichen kein Thema für einen Zirkel sein darf.
Gerade dieses Beispiel macht deutlich, wie wichtig klare Regeln für Vereine sind, die mit Jugendlichen arbeiten. Der jüngste Skandal in einigen SOS-Kinderdörfern hat gezeigt: Niemand ist per se über jeden Zweifel erhaben. Auch Vereine werden von Menschen geführt. Und so schwer es fällt, sich vorzustellen, dass selbst Organisationen, die das Kindeswohl im Zentrum ihres Handelns haben, in Missbrauchsfälle verwickelt sein können – es kommt vor. Genau deshalb ist es unsere Pflicht, Strukturen zu schaffen, die solche Taten verhindern.
Im nächsten Aladin greifen wir dieses Thema erneut auf. Dort beleuchten wir, warum es auch rechtlich sinnvoll und notwendig ist, als Verein mit Jugendbeteiligung verbindliche Schutzrichtlinien einzuführen.
Und wie sieht es in deinem Zauberverein aus?
Gibt es dort Regelungen wie im MRA, beim Magic Circle London, bei der I.B.M. oder bei der S.A.M.?
Oder schweigt man das Thema lieber tot – mit allen Risiken, die wir aus jüngsten Skandalen kennen? Erkundige dich doch in deinem Verein, ob es schriftliche Richtlinien dafür gibt, wenn sie es nicht wissen. Wer schweigt macht sich zum Mittäter.
Als MRA Präsident bin froh, dass unser Vorstand diese Richtlinien einstimmig vor 3 Jahren in Kraft gesetzt hat. Wenn es dafür einen Vorwurf wegen „political correctness“ gibt, macht es mich stolz.
Zahlreiche positive Rückmeldungen auch aus dem Bereich Jugendschutz und Politik haben wir seit der Einführung erhalten. Auch ein Beispiel dafür, dass anerkannt wird, dass wir das Thema ernst nehmen.
Denn eines ist klar: Verantwortung übernehmen heißt, hinzusehen und vorzubeugen – nicht wegzuschauen.

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