Seminarankündigung: „Die Juden in der Zauberkunst“

Am Dienstag, 10. März 2026, lädt der Magischer Klub Wien zu einem besonderen Seminar ein.

Der amerikanische Historiker, Sammler und Zauberkünstler Richard Hatch gilt als einer der profundesten Kenner der Geschichte der Zauberkunst. In seinem Seminar „Die Juden in der Zauberkunst“ zeigt er anhand historischer Dokumente, Filmaufnahmen und Beispiele aus seiner umfangreichen Sammlung die bedeutende Rolle jüdischer Künstler in der Entwicklung unserer Kunst. Ergänzt wird der Vortrag durch kurze Demonstrationen aus seinem eigenen Repertoire. Harry Houdini, David Copperfield, David Blaine, Max Maven u.v.a. (man spricht von ca. 20% der Amerikanischen Zauberkünstlern sind jüdischen Ursprungs.


Veranstaltung

📍 Ort: Magischer Klub Wien, Stiegengasse 9, 1060 Wien
🗓 Datum: Dienstag, 10. März 2026
🕖 Beginn: 19.00 Uhr

🎟 Eintritt:
Mitglieder des MKW und des Jugendklubs: frei
Nichtmitglieder: 18 €


Warum dieses Thema auch heute wichtig ist

Die Zauberkunst versteht sich als internationale Gemeinschaft. Zauberfreunde treffen einander über Länder, Kulturen und Religionen hinweg – verbunden durch unsere Kunst und gegenseitigen Respekt. Gerade deshalb erscheint es heute kaum vorstellbar, dass es auch innerhalb dieser Szene Zeiten gab, in denen Kollegen ausgegrenzt, diffamiert oder aus dem Vereinsleben ausgeschlossen wurden.

Doch genau das geschah in den 1930er-Jahren. Unter dem nationalsozialistischen Regime wurden auch kulturelle Vereinigungen gleichgeschaltet. Der Magischer Zirkel von Deutschland wurde in die Strukturen der NS-Kulturpolitik eingebunden, Mitglieder mussten neue Aufnahmeanträge stellen, jüdische Zauberfreunde wurden ausgeschlossen. Die Mitgliederzahl sank damals drastisch – von rund 1.300 auf etwa 400.

Auch in Österreich blieb die Zauberszene davon nicht unberührt. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde der Magische Klub Wien und andere Zirkel organisatorisch in die deutsche Verbandsstruktur integriert. Damit galten auch hier die politischen Vorgaben des Regimes gegenüber den jüdischen Zauberfreunden.

Dass innerhalb einer Gemeinschaft von „Zauberfreunden“ solche Ausschlüsse und Verfolgungen möglich waren, wirkt heute fast unmöglich. Gerade deshalb lohnt sich der Blick in dieses Kapitel der Geschichte um dies nie mehr zu wiederholen. Besonders in Zeiten von Populismus, Kampfretorik, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus, wieder von manchen befeuert werden.

Das Seminar von Richard Hatch bietet eine seltene Gelegenheit, sich mit diesem wenig bekannten Teil der Zaubergeschichte auseinanderzusetzen.

1 Kommentar zu "Seminarankündigung: „Die Juden in der Zauberkunst“"

  1. Pierre Castell | 7. März 2026 um 5:10 | Antworten

    „Warum dieses Thema auch heute wichtig ist“

    GERADE heute ist das Thema besonders wichtig!!!

    Danke für den Hinweis!

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