Verhalten für Künstler in Zeiten von Corona

Zauberkünstler sind von der Corona Pandemie stark betroffen. Nicht nur dass sie von Auftrittsverboten bei den ersten Betroffenen Berufsgruppen waren, sie leiden derzeit auch stark von der allgemeinen Zurückhaltung bei der Buchung von Künstlern von Firmen, die selbst stark von der Situation betroffen sind.
Nun ist es wieder möglich, in begrenztem Umfang aufzutreten, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. Auf der Bühne ist die Situation relativ klar. Die Bedingungen für Zuschauer sind klar definiert.

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Gesetzliche Richtlinien:
Zum einen gibt es klare Richtlinien. Abstand halten (in Österreich 1 m) und wenn dies nicht möglich ist eine Maske oder Plexivisier zu tragen!

Diese Richtlinien werden von den zuständigen Behörden in den Ländern veröffentlicht.

Es empfiehlt sich hier immer wieder die Vorschriften zu prüfen, da sie oft der aktuellen Situation angepasst werden. Sie gelten in der Regel für Veranstalter und Künstler jeder Branche.

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Hausverstand:
Und dann gibt es spezifische Regeln, die einem der Hausverstand sagt:
Hygieneregeln beachten, Hände desinfizieren, keine Kunststücke bei denen Speichel oder Atemluft eine wichtige Rolle spielt verwenden.
Keine Give aways weitergeben.

Wir können nicht erwarten, dass Gesetzgeber für uns Zauberkünstler klare Richtlinien erlassen. So wichtig ist unsere Gruppe nicht, genau so wie es in anderen Branchen unzählige Sonderfälle gibt. Sind wir froh, dass nicht alles bis ins letzte Detail geregelt werden kann und uns ein Rest Eigenverantwortung bleibt. Nur müssen wir diese auch wahrnehmen!

Schwieriger ist die Situation im Close-up Bereich. Aber auch hier ist es möglich, sehr starke Effekte zu präsentieren, bei denen Abstand und Zuschauerhandling sehr gut möglich ist. Es müssen nicht die Schwammbälle, Ballontiere oder andere Kunststücke sein, bei denen man sich zu nahe kommt. Vielfach hört man, dass Masken die Stimmung verderben. Wir leben in einer schwierigen Phase, da gibt es genügend Möglichkeiten auch eine Maske bzw. besser ein Plexiglasgesichtsschild zu verwenden und den Zuschauern das Gefühl zu geben, dass man sich um ihre Gesundheit sorgt.

Positive und Negative Beispiele:
Vor zwei Wochen bekam ich ein Video von einem mir sehr sympathischen Künstler geschickt, der ihn nach dem Lockdown bei einer Firmenveranstaltung zeigte. Er zauberte bei fröhlicher Stimmung und machte Gags über die Pandemie. Bei den Kunststücken waren welche dabei, die zu den absoluten „No-Goes“ in einer solchen Situation gehören. Luftballontiere mit Mund aufgeblasen „French Kiss“ von Houchin, der uralte schmierige Gag, die Zuschauerin unerwartet auf den Mund zu küssen, etc.
Ein Beispiel eines Kollegen, der in unverantwortlicher Weise den Ruf der Zauberei beschädigt und dadurch keinerlei Verantwortung zeigt. Die Zuschauer amüsierten sich vordergründig. Aber ich möchte nicht wissen, wie viele sich ihren Teil gedacht haben. Lachen und Gröhlen sind keine Rechtfertigung für unverantwortliches Fehlverhalten.

Es gibt aber auch andere Künstler die zeigen wie es geht. Thorsten Strotmann z.B. zeigt seine Professionalität in seinem Zaubertheater. Anstatt zu jammern investierte er in ein System, das es ihm ermöglicht die Zuschauer zu schützen.

Viren und Pandemie unsere Begleiter?
Und es wird ein System in die Zukunft sein, denn es ist nicht unwahrscheinlich, dass dieser relativ harmlos übertragbare Virus bald durch wesentlich letalere Viren ersetzt wird. Es hat sich gezeigt, dass unser System sehr rasch aus den Angeln zu heben ist. Wer in seinem Beruf von Zuschauern abhängig ist, sollte sich jetzt darüber Gedanken machen, wie er dieser Herausforderung in Zukunft begegnen möchte.

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Gesetz versus Eigenverantwortung
Eigenverantwortung für seinen Beruf und seine Kunden wird nicht durch Gesetze und Verordnungen außer Kraft gesetzt. Sind wir darüber froh!
Da jeder Fall unterschiedlich ist, geben wir auch keine allgemein gültigen Freischeine für richtiges Verhalten. Auftrittsbedingungen in der Zauberkunst sind sehr situationsbedingt. Gerne geben wir Ihnen aber eine Einschätzung der Situation , wenn sie sich an uns mit konkreten Fragestellungen über ihre Ideen geben.

Unsere subjektive Sicht der Dinge
– Beachten Sie die gültigen Gesetze und Verordnungen für auftretende Künstler. Wenn Sie im Gastgewerbe arbeiten (Close-up) gelten die selben Richtlinien wie für das Servicepersonal. Diese Vorschriften liegen leicht zugänglich vor.
– Halten Sie den Mindestabstand ein und erzählen Sie niemanden dass das bei Zauberkunst nicht geht. Es wirft ein schlechtes Bild über ihre Kenntnisse unserer schönen Kunst
– Machen Sie Abstand, Maske und Plexivesier nicht zu ihrem Feind, sondern finden Sie einen Weg diese neuen Elemente spielerisch in ihre Show einzubauen.
– Verwenden Sie keine Kunststücke bei denen Atemluft, Speichel, unhygienische Requisiten, Körperaustausch eine Rolle spielt. Die Zauberkunst hat so viele andere Möglichkeiten zu bieten.
– Ein Mehr an Vorsicht ist immer möglich und wird von Zuschauern geschätzt.
– Verschonen Sie ihre Zuschauer mit Schilderungen ihres schwierigen Schicksals oder der Ungerechtigkeit Künstlern gegenüber. Die Menschen die ihnen zuschauen sind selbst durch eine Phase des Homeschooling, Homeoffice, Kurzarbeit und vielen Entbehrungen gegangen. Sie interessieren sich nicht dafür, dass es Ihnen schlecht geht. Wollen Sie Mitleid oder unterhalten?

– Wenn Sie Bedenken haben, zaubern sie nicht. Ich kenne viele Kollegen die es ablehnen unter solchen Bedingungen zu arbeiten. Das ist zu respektieren.

Ein abschließender Tipp: Wenn Sie sich an diese Regeln halten, machen Sie kein großes Theater daraus sondern machen sie es in einem unaufgeregten Selbstverständnis. Vermeiden Sie ständig Gags über Corona. Ein Plexivisier ist schnell vergessen, aber ständige Witze und Gags über diese Plage tragen nicht zu einem unterhaltsamen Abend bei

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