Für viele von uns begann die Zauberleidenschaft mit einem Zauberkasten. Als ich in die Zauberei einstieg, waren Namen wie Martin Michalsky und Hardy in aller Munde. Sie haben nicht nur unzählige Kinder und Jugendliche fürs Zaubern begeistert, sondern zugleich eine Basis geschaffen: Menschen, die später mit Freude Zaubershows besuchen.
Die Geschichte der Zauberkästen reicht weit zurück. So erschien in Deutschland ab 1980 sogar ein eigenes Fachmagazin – „A-B-C of Magic Sets“. Da die Zielgruppe für ein solch spezielles Thema klein war, wurde es auf Englisch publiziert. Anfangs fast in Handarbeit hergestellt, später immer professioneller. Der Initiator: Wittus Witt. Neben seiner Tätigkeit als Zauberkünstler, Autor und Herausgeber, widmete er sich mit Leidenschaft dem Sammeln von Zauberkästen – ein Hobby, wie er selbst dazu sagt.
2004 versteigerte Wittus Witt einen Teil seiner Sammlung. Ein Teil der Stücke fanden ihren Platz im Zauberkastenmuseum von Manfred Klaghofer in Wien. Wer das Museum noch nicht kennt: unbedingt besuchen! Es ist ein Schatz für alle, die sich für Zauberei interessieren – sowohl für Wiener als auch für Touristen. https://www.zauberkasten-museum.at
Die Zeitschrift selbst stellte Wittus 2003 ein – die Leidenschaft aber blieb.
Da nur wenige Sammler je einen vollständigen Satz der Hefte besaßen, hat Wittus Witt nun ein neues Projekt realisiert:
In einem dreibändigen Werk hat er sämtliche Ausgaben des Magazins gesammelt und neu herausgebracht. Jeder Band umfasst rund 400 Seiten. Ergänzt wird das Werk durch ein Instruktionsbuch mit Anleitungen von 1830 bis heutesowie ein übersichtliches PDF.




Dieses Projekt ist ein Geschenk für alle, die tiefer in die Geschichte und Hintergründe der Zauberkunst eintauchen möchten. Natürlich ist es auf Englisch erschienen – und es ist zu erwarten, dass es schnell vergriffen sein wird. Eigentlich gehört es in jede ernstzunehmende Bibliothek von Zauberfreunden oder magischen Vereinigungen.
Auch der Preis ist bemerkenswert: 52,50 Euro pro Band – gemessen an Umfang und Arbeit fast ein Geschenk. Wer alle drei Bände bezieht, erhält das Instruktionsheft und die PDF kostenlos dazu.
Dies ist kein Werk für jedermann. Aber es ist ein einzigartiges Stück dokumentierter Zeitgeschichte – und zugleich ein Beispiel dafür, wie ein Projekt wächst und sich mit den Publikationsmethoden seiner Zeit entwickelt: von handgeschnittenen Heften, auf Schreibmaschine getippt, über die ersten Layouts am Computer bis hin zur professionellen Ausgabe. Was sich nie geändert hat: die Leidenschaft für das Thema.
Fotos: Wittus Witt
Bezugsquelle: per Mail an Wittus Witt: abc@wittuswitt.de
Hier stellt Wittus sein Werk auf YouTube vor:
https://www.youtube.com/watch?v=-icpZpRbz-o
Complience Hinweis: Die Bücher wurden von mir selbst bezahlt.

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