So schauen Sieger aus!

Markus Lenzen und Philipp Daub haben ein Herz für die Zauberkunst. Das haben sie anlässlich des Kongress Magica 2017 in Saarbrücken bewiesen. Sie hatten den Mut, die Energie und die Begeisterung einen wunderbaren Kongress zu organisieren. Immer freundlich und zuvorkommend, haben sie sich nie in der Vordergrund gedrängt. Sie waren die „Worker“ hinter den Kulissen. Sie haben auch nie vergessen zu erwähnen, dass sie die Spitze des Eisbergs waren und ohne ihr Team das nie so geschafft hätten.

Es fällt schwer den Kongress kritisch zu besprechen. Denn warum soll man an einigenDetails nörgeln, wenn der Gesamteindruck so großartig ist?
Sehr leicht vergisst man das große Ganze, das uns so begeistert hat. Zudem sind auch die Veranstalter in einem Korsett der Meisterschaften und abhängig von vielen externen Faktoren. Hier trotzdem ein Versuch eines kurzen Fazits:
Das hat uns begeistert:

 

– die Weitläufigkeit des Kongresshaus, das viele Gespräche und Treffpunkte bot.
– die Händlermesse war großzügig auf einer Ebene verteilt
– Das Team von Magica 2017 war immer freundlich
– Es gab spezielle Akzente die für einen Kongress außergewöhnlich waren:
* die Spanische Gala „Caramba“
* der geglückte entspannte französische Abend
* großartige Seminare
* Ausgezeichnete Galakünstler

eine würdevolle Preisverteilung witzig und teils messerscharf kommentiert von    Timothy Trust und Martin Sierp, die sich aber auch selbst durch den Cacao zogen und deshalb immer Sympathieträger waren.

 

Das hat mich irritiert:
(man beachte das Wort „mich“, denn die Geschmäcker sind verschieden):
Enttäuschende Performance des Taschendieb Christian Lindemann, der an dem Tag besser auf einem Rummelplatz aufgehoben gewesen wäre, wie in einer Weltklasse Gala. Eine interessante Bühnenfigur, aber zotig und schmierig präsentiert. Er kann es besser. Von der Ankündigung „Weltbester Taschendieb“ war er – für Kenner dieser Materie – weit entfernt. Bora war mit 80 noch spannender, Sohn Charly oder Apollo Robbins außer Sichtweite. Dass selbst Wettbewerbsteilnehmer in ihrem Programm  sich am nächsten Tag über die Nummer lustig machten, spricht für sich….

Eine verpasste Chance einer möglichen interessanten Talkshow mit Jan Becker und Rainer Mees. Es waren zwei Parallelveranstaltungen. Rainer Mees versuchte Struktur in das Lecture zu bringen und über Informationsbeschaffung zu sprechen, wie es im Programm angekündigt war, während Jan Becker offenbar glaubte, dass er vor einer Gruppe Esoterikern stand und über den Magischen Moment sprach den man den Menschen schenkt unabhängig ob man diese dabei belügt. Beides spannende Themen, aber nicht in einer Veranstaltung.

* Die Ehrung von Fl!p war ein wichtiges Zeichen. Ich hätte mir gewünscht, dass man diesen Mann würdiger ehrt. Viele junge Kongressbesucher und neue Zauberbegeisterte kennen seine Geschichte nicht. Wenn man schon bei der Eröffnung mehr oder weniger prominente Menschen mit Video besucht um eine Grußbotschaft nach Saarbrücken zu schicken, wäre es nicht zu viel verlangt, wenn man einen Künstler, mit einem Videozusammenschnitt ehrt, um den Menschen einen Eindruck zu geben, wer hier geehrt wird. So war es für mich ein wenig traurig und beiläufig.

Gespaltene Meinung:

Die Gala war zu lang. Ben Profane, den ich sehr schätze mit seinem hintergründigen Humor, spielte parallel zur Gala sein Programm.

Genau so wie beispielsweise Heinrich del Core beim Schweizer Kongress in Baden. ich bin kein Freund von diesem Konzept. Das bringt immer wieder einen krassen Unterbruch des Programms und nimmt den Fokus heraus. Aber wie gesagt, ein Soloabend von Ben Profane würde ich mir gerne anschauen!!

Die Geister scheiden sich beim Tierzauberer Marko Karvo aus Finnland.
Seine Technik ist sehr gut, auch wenn man unmittelbar in der ersten Reihe sitzt. Ob solche Nummern in der heutigen Zeit noch zeitgemäß sind? Im Sonderthema „Tierzauberei“ haben wir uns über 25 Seiten im ALADIN mit dem Thema fundiert befasst. Es ist ein emotionales Thema. Viele Kritiker wenn die Vögel eine Runde im Zuschauerraum drehen um dann gehorsam beim Künstler wieder zu landen. Doch das sagt wenig aus. Zum anderen leiden Tiere in Massentierhaltung wesentlich mehr, wenn sie als Beilage im Wurstbrötchen des Buffets landen, wie die Papageien von Marko Karvo.

VORAUSSCHAU:

Danke an alle, die dieses wunderbare Fest möglich gemacht haben.
Im nächsten Aladin werden wir mit einigen ungewöhnlichen und unerwarteten Einblicke in den Kongress Saarbrücken und den eine Woche zuvor stattgefunden Kongress in Baden bei Zürich berichten.

Wir werden Parallelen aufzeigen und wichtige Unterschiede zeigen. Kongresse entwickeln sich immer weiter. Neue Initiativen zu setzten mit der Zeit zu gehen und nicht stehen zu bleiben.

Wenn wir Zauberei als Kunst begreifen dürfen wir keine Angst vor Veränderungen haben. Man darf neugierig sein, wohin die Reise der Kongresse gehen wird.

Hanno
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